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Die Predigt "Alles Gute kommt von dir" von Christoph Fischer und alle dazu gehörigen Ressourcen (Predigtzettel, Aufnahme) sind lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz. Verwendete Bilder stehen eventuell unter eigenen Lizenzbedingungen. Ausdrücklich von der Creative Commons-Lizenz ausgenommen sind die Logos und Namen der Gemeinde, in der die Predigt gehalten wurde und ihrer Arbeitsbereiche.

Wir haben es alle gelernt--schon im Kindergarten: Eines der wichtigsten Worte im Leben heißt "Danke."

Du bekommst ein tolles Geburtstagsgeschenk. Was sagst du? Danke.

Die Mama spendiert dir beim Einkaufen ein Eis. Was sagst du? Danke.

Dein Freund lässt dich in der Schlange vor. Was sagst du? Danke.

Jemand anders ist nett zu dir. Was sagst du? Danke.

Die Mama bereitet morgens für dich ein Vesper für die Schule vor. Was sagst du? Danke? Hoffentlich.

Der Papa pumpt deinen platten Fußball wieder auf. Was sagst du? Danke? Na klar.

Wir haben es alle gelernt--schon im Kindergarten. Wenn ein anderer mir Gutes tut, dann sage ich "Danke."

Eigentlich mache ich das auch. Nur manchmal, da denke ich gar nicht mehr daran. Manche Sachen sind doch einfach völlig normal. Die Mama macht doch jeden Tag das Vesper. Das machen Mamas halt. Völlig normal. Wenn ich den Lichtschalter drücke und das Licht angeht, sage ich ja auch nicht "Danke." Manchmal erwische ich mich dabei, dass ich andere behandle, wie den Lichtschalter. Die müssen das ja tun. Ich habe doch ein Recht darauf, dass man mir Gutes tut. Das ist nichts Besonderes. Das ist normal. Kein "Danke."

Wer meint, er habe ein Recht auf Gutes, der freut sich nicht mehr darüber. Wer meint, ihm steht sowieso alles zu, der ärgert sich höchstens, wenn nicht alles so ist, wie er es erwartet. Was, heute keine Gurken auf dem Käsebrot? Ärgerlich! Was hat die Mama sich dabei eigentlich gedacht?

Wer merkt, dass alles Gute ein Geschenk ist, der freut sich darüber. Der merkt, dass er immer wieder der Beschenkte ist. Das ist fast, wie jeden Tag Geburtstag haben. Von morgens bis abends. Beobachte das mal, was du alles an Gutem bekommst. Und freue dich. Und sage "Danke." Du wirst merken, das Leben wird viel Schöner. Nicht nur deines. Auch das der Anderen. Deren Geschenk ist nämlich dein Lächeln. Und dein Lob. Und dass du es wahrnimmst, was sie für dich tun. Nicht selbstverständlich. Ein Geschenk. Also: "Danke."

Wir haben es alle gelernt--schon im Kindergarten. Wenn ein anderer mir Gutes tut, dann sage ich "Danke."

Das vergessen wir manchmal. Auch wir Erwachsenen. Bei uns geht es dann um andere Dinge, nicht um mit Liebe geschmierte Vesperbrote oder frisch aufgepumpte Fußbälle. Aber wir haben auch so unsere Dinge, die wir für selbstverständlich halten. Wo wir gar nicht an "Danke" denken. Wo wir in Zukunft genauer hinschauen müssen, damit wir selbst und andere sich wieder mehr am Leben freuen können. Danke!

Wir haben es nämlich alle auch gelernt--schon im Kindergarten. Wenn ein anderer mir Gutes tut, dann sage ich "Danke."

Das gilt natürlich auch gegenüber Gott. Gott? Wieso, fragst du. Der schmiert ja keine Brote und pumpt keine Bälle auf. Der bringt mir nicht mal ein Geburtstagsgeschenk. Klar, wir sind in der Kirche, aber was hat Gott jetzt damit zu tun.

"Denn alles Gute kommt von dir", haben wir vorhin gesungen. Und wir haben zusammen den Tisch gedeckt, mit lauter Dingen, für die wir Gott danken wollen. Dabei, könntest du jetzt sagen, kommen diese Dinge doch alle wo ganz anders her. Vom Supermarkt. Oder vom Wochenmarkt unten in der Stadt. Und weil sie dort nicht gewachsen sind, kann man sie weiter zurückverfolgen. Bis zum Bauernhof. Der Bauer hat sie doch gepflanzt und gepflegt und geerntet und dann dem Markt geliefert. Und wir haben sie gekauft und nach Hause getragen. Wieso also Gott "Danke" sagen?

Vielleicht müssen wir noch weiter zurück gehen. Bis zu dem Moment, als der Bauer ein kleines Samenkorn in die Erde legt. Dann wartet er--manchmal Tage, manchmal Wochen. Irgendwann, so hofft er, kommt dann ein kleiner grüner Trieb aus der Erde. Der wird immer größer. Die Pflanze wächst und gedeiht. Früchte entstehen. Und eines Tages kann der Bauer ernten. Hofft er. Das ist da aber noch weit weg. Dazu braucht es Geduld. Warten. Und das richtige Wetter: viel Sonne, aber auch Regen zur richtigen Zeit, weil die Pflanze Wasser braucht. Das kann der Bauer nicht machen. Er kann keinen Trieb aus der Erde kommen lassen. Er kann nur säen und dann warten. Er kann die Sonne nicht scheinen lassen und keinen Regen bestellen. Das kann nur Gott. Wenn er nichts dazu schenkt, dann bleibt da nur ein Korn unter der Erde liegen.

Das gilt auch für alle anderen Dinge des Lebens. "Alles Gute kommt von dir", haben wir gesungen. Das vergessen wir nur oft. Vielleicht müssen wir da in Zukunft genauer hinschauen. Oder mehr nachdenken. Und uns dann freuen. Und "Danke" sagen. Auch zu Gott.

Wir haben es alle gelernt--schon im Kindergarten. Wenn ein anderer mir Gutes tut, dann sage ich "Danke."

Vorhin haben wir Simon gesehen. Der wurde geheilt. Wie seine Freunde. Ein riesiges Geschenk von Gott. Alle haben sich gefreut. Alle sind schnell nach Hause gegangen. Nur Simon nicht. Dem ist eingefallen, dass da noch was fehlt. Er ging zuerst zu Jesus. "Danke, Jesus! Das war nicht selbstverständlich. Es war ein Geschenk. Es freut mich riesig. Danke!" Sei wie Simon. Sag Danke. Auch zu Gott. Alles Gute kommt von ihm. Danke.

Predigttext

Lukas 17,11-19

In Kürze

Wir haben es alle gelernt--schon im Kindergarten: Eines der wichtigsten Worte im Leben heißt "Danke." Nur vergessen wir das manchmal, weil uns manche Dinge so selbstverständlich erscheinen. Vielleicht müssen wir in Zukunft genauer hinschauen.

Weiterführende Literatur

Wenn du dich noch weiter informieren willst, empfiehlt Christoph folgende weiterführende Literatur:

Zu dieser Predigt haben wir den Evangelientext aus Lukas 17,11-19 mit Flaschenfiguren frei nacherzählt. Dazu findest du hier eine Bastelanleitung und unseren Erzähltext.

Lebensbezüge

Folgende Grundvollzüge glaubenden Lebens sind in dieser Predigt angesprochen:

#danken #essen #feiern #nehmen

Kompetenzen

Mit dieser Predigt versuche ich, folgende Kompetenzen meiner Hörer weiter zu trainieren:

Über Christoph

Christoph Fischer (* 1978) ist Pfarrer der Evangelischen Landeskirche in Württemberg auf der Pfarrstelle „Erlöserkirche“ in Albstadt-Tailfingen.

Christoph ist verheiratet mit Rebecca. Gemeinsam haben sie drei Töchter.