Mehr als Wunder

Was passiert, wenn der Heilige Geist Menschen erfüllt

01.01.1970, 00:00 Uhr, :
20.05.2018, 10:00 Uhr, Aufwind-Gemeinde Hemmingen: Gottesdienst
Bild: pixabay / cocoparisienne, Lizenz: CC0
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Die Predigt "Mehr als Wunder" von Christoph Fischer und alle dazu gehörigen Ressourcen (Predigtzettel, Aufnahme) sind lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz. Verwendete Bilder stehen eventuell unter eigenen Lizenzbedingungen. Ausdrücklich von der Creative Commons-Lizenz ausgenommen sind die Logos und Namen der Gemeinde, in der die Predigt gehalten wurde und ihrer Arbeitsbereiche.

Einleitung

Gnade und Friede sei mit euch von dem, der da war und der da ist und der da kommt. Amen.

„Mehr als Wunder“ heißt meine Predigt heute Morgen. Und man darf sich wundern.

Man darf sich wundern

Man darf sich wundern an diesem Wochenende. Wir feiern Pfingsten (nicht die Hochzeit von Harry und Meghan). Pfingsten. Das ist das dritte große Fest der Christenheit, nach Weihnachten und Ostern. Jeder von uns kennt die Geschichte. Jeder von uns weiß, worum es an Pfingsten geht. Wir sind in einer Pfingstgemeinde. Da steckt ja Pfingsten schon im Namen drin. Und nicht nur im Namen: eigentlich sogar in der „DNA", in dem, was diese Gemeinde ausmacht.

Und doch darf man sich wundern. Auch als Pfingstler. Man darf sich wundern am Pfingsten, weil Pfingsten ein Wunder ist. Damit hat die Geschichte der Pfingstbewegung angefangen: Mit dem Glauben, dass man dieses Wunder auch heute noch erleben kann. Der Gott von Pfingsten ist derselbe. Der Jesus, der seinen Heiligen Geist versprochen hat, ist derselbe. Der Heilige Geist, den er zu den Menschen sendet, ist derselbe. Pfingsten ist also nicht nur eine alte Wundergeschichte. Man kann das Wunder heute noch erleben. Man darf sich wundern!

Die deutsche Sprache kennt zum Begriff des „Wunders“ ein Verb: „sich wundern.“ Wunder bringen uns zum Wundern. Sie lösen Erstaunen aus. Wir werden überrascht. Wunder berühren uns. Man kann nicht einfach weitergehen, als sei nichts geschehen. Wunder erfordern eine Reaktion. Wunder bringen Freude, Ehrfurcht, Begeisterung hervor. Manchmal fehlen uns die Worte, wenn uns ein Wunder begegnet. Es ist so „wunderbar“ – ihr seht, es gibt auch noch ein Adjektiv --, dass ich nur noch sprachlos schauen kann, was hier geschieht. Und das ist gut so. Man darf sich wundern. Man soll sich wundern. Dafür sind Wunder da.

Und jetzt ist wieder Pfingsten: das Pfingstwunder, geschichtlich geschehen und heute noch erlebbar. Man darf sich wundern. Man soll sich wundern. Und man muss sich darüber wundern, wie wenig wir uns noch wundern. Vielleicht liegt es daran, dass wir das alles schon kennen. Wir sind ja Pfingstgemeinde. Wir reden ständig vom Heiligen Geist. Pfingsten ist nicht nur ein Tag (oder zwei) im Jahr, sondern wir sind ständig mit der Pfingstgeschichte unterwegs. Wir wissen, worum es geht und was wir zu erwarten haben. Wunder bringen uns zum Wundern, weil sie den Bereich des Gewöhnlichen und Bekannten verlassen. Aber die Pfingstgeschichte ist nichts Außergewöhnliches mehr. Wir haben das Wunder gezähmt. Es geschieht nichts Unerwartetes, weil wir ja alles bereits erwarten. Ist das Wunder am Ende gar nicht mehr wundersam? Nicht mehr wunderbar? Man muss sich wundern…

Wundern muss man sich auch, über das was wir heute erleben. Pfingsten ist heute noch erfahrbar, sagen wir. Aber was heißt das denn? Erleben wir das „mächtige Brausen“ mit dem keiner der damals Anwesenden gerechnet haben kann? Haben wir solche umwerfenden, nie dagewesenen Begegnungen mit der Kraft Gottes, die sein Geist in ein Leben bringt? Lässt uns das, was wir erleben, noch so staunend dastehen wie damals die Menschen auf den Straßen von Jerusalem? Ist das, was bei uns heute passiert, so „wundersam“, dass wir nach Erklärungen suchen müssen, weil es unser bisheriges Verstehen übersteigt? Verändert unser „Pfingstwunder“ heute nachhaltig die Gesellschaft um uns her? Man muss sich wundern…

Gewiss, wir erleben Gottes Geist noch heute. Das geschieht auch nicht nur irgendwie subjektiv, als „warmes Gefühl der Gegenwart Gottes“ tief in uns drin. Wir können von Gottes Wundern erzählen. Heute noch reden Menschen in neuen Sprachen. Heute noch werden Menschen geheilt. Heute noch geben Menschen prophetische Eindrücke von Gott wieder. Aber ist das alles? Ist das wirklich das umwerfende Pfingstwunder von damals? Ist das der große Aufreger, der schon morgens um 9 die ganze Stadt in Aufregung versetzt? Wie sieht das aus, gerade heute am Pfingstsonntag, hier in Hemmingen? Wo sind die Menschen, die völlig aus dem Häuschen sind, weil sie sehen, was Gottes Geist bei uns tut? Man muss sich wundern…

Man kann gar nicht anders, als sich zu wundern, wie wenig man sich heute über das Wunder von Pfingsten wundern muss. Das bringt mich dazu, mich „auf Englisch“ zu wundern, wo „to wonder“ eigentlich, „sich fragen“ heißt. Und ich frage mich, woran das alles liegt. Ich frage mich, ob wir das Pfingstwunder zu sehr „gezähmt“ haben. Ich frage mich, ob wir unsere Erwartungen zu sehr an unsere Gewohnheit angepasst haben. Ich frage mich, ob wir überhaupt das richtige erwarten und ob das eigentliche Wunder von Pfingsten nicht vielleicht einfach an uns vorübergeht.

Vielleicht müssen wir es neu lernen, uns zu wundern. Zu staunen, über das, was Gottes Geist tut. Was tut er denn? Ja das wissen wir ja alle, weil wir die Pfingstgeschichte so gut kennen. Wirklich? Man muss sich wundern, wie oft uns unser Gedächtnis trügt. Man sollte sich wundern, wie viele Details uns entgehen, wenn wir uns nur auf das verlassen, was wir zu wissen glauben.

Deshalb gehen wir zurück zur Quelle. In der Apostelgeschichte lesen wir, wie Lukas die Geschichte von Pfingsten berichtet. Weil der Text sehr lang ist, lasse ich heute die Predigt des Petrus weg. Wir konzentrieren uns einfach einmal auf das, was geschieht.

Auf der Suche nach dem Wunder

Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle beieinander an einem Ort. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab.

Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde verstört, denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, Galiläer? Wie hören wir sie denn ein jeder in seiner Muttersprache? Parther und Meder und Elamiter und die da wohnen in Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, Pontus und der Provinz Asia, Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Römer, die bei uns wohnen, Juden und Proselyten, Kreter und Araber: Wir hören sie in unsern Sprachen die großen Taten Gottes verkünden. Sie entsetzten sich aber alle und waren ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: …

An dieser Stelle lasse ich die eindrückliche Evangeliumspredigt des vom Heiligen Geist erfüllten Petrus weg. Sie lohnt sich wirklich zu lesen. Aber ich will mich mit euch heute auf das Geschehen konzentrieren. Wir wollen das Wunder entdecken. Wir wollen uns neu wundern. Deshalb lese ich den Rest der Geschichte, der nach der Predigt berichtet wird (ab Vers 37):

Als sie aber das hörten, ging's ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den andern Aposteln: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun? Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes. Denn euch und euren Kindern gilt diese Verheißung und allen, die fern sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird.

Noch mit vielen andern Worten bezeugte er das und ermahnte sie und sprach: Lasst euch erretten aus diesem verkehrten Geschlecht! Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen. Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. Es kam aber Furcht über alle, und es geschahen viele Wunder und Zeichen durch die Apostel.

Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam. Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte. Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.

Das ist das Wort des lebendigen Gottes. Das ist die Geschichte von Pfingsten, wie sie Lukas berichtet. Das ist das Pfingstwunder. Da muss man sich wundern. Ja, aber worüber?

 

Ich wundere mich zunächst einmal über uns: Wir suchen nach dem Wunder und glauben ja, es schon gefunden zu haben. Wir springen in Gedanken dorthin, wo wir es schon immer vermutet haben. Und wir lassen uns dabei unweigerlich von dem phänomenalen Ereignissen ablenken, die sofort nach „Wunder“ aussehen. Das ist übrigens völlig normal. Wir sind da ja auch nicht allein. Wir haben ganz Jerusalem auf unserer Seite. Und das, was wir (gemeinsam mit den Menschen damals) beobachten, ist ja auch ganz erstaunlich: Himmlische Feuerflammen auf den Köpfen der Jesusanhänger. Ein Sturmwind, von dem keiner weiß, woher er kommt. Und dann, das Sprachenwunder, bei dem eine große internationale Menschenmenge plötzlich von einfachen Männern aus Galiläa in ihrer jeweils eigenen Sprache angesprochen werden. Das ist doch außergewöhnlich! Das ist doch nie dagewesen! Das sprengt den Rahmen des Bekannten auf eine Art und Weise, dass man nur von einem „Wunder“ reden kann. Man muss sich wundern…

Aber ist das das große Wunder von Pfingsten? Und ist es das, was man „heute noch erleben kann“? Sicher, man kann durchaus manches davon heute noch erleben. Die Galiläer (Die Beobachtung der Menschen in Jerusalem ist übrigens nicht korrekt: Da sind auch andere dabei.) reden in neuen Sprachen – nicht mit „Google Translate“ oder irgendeinem Schnellsprachkurs, den Sie gerade mal gemacht haben. Sie reden so, weil Gottes Geist es Ihnen eingibt. Auch heute reden Menschen in neuen Sprachen. Manche ganz oft. Manche täglich. Manche hier im Gottesdienst. Auch heute ist das noch ein Wunder, das man nicht einfach erklären kann. Aber ist das das Pfingstwunder? Man muss sich wundern…

Ich habe 1992 auf einem Camp der „Royal Rangers“ zum ersten Mal in „neuen Sprachen“ gesprochen. Ich weiß das noch ganz genau: beim Juniorleitertrainingscamp in Anhausen auf der Schwäbischen Alb. Ich weiß noch genau, welches Lied in diesem Moment gesungen wurde und wer damals mit mir gebetet hat. Und ich weiß, wie ich dabei Gottes Geist ganz eindrücklich gespürt habe. Das war für mich ein Wunder! Das war ein großartiger Moment, an den ich heute noch gerne zurückdenke. Und doch: Die einzigen Feuerflammen an diesem Abend flackerten im Lagerfeuer. Der Wind, der in den Blättern der Büsche um uns raschelte, war kein unerklärlicher, himmlischer Sturmwind. Und die Bewohner der umliegenden Albdörfer schliefen ungestört weiter, als sei nichts passiert. War das dann die Sparversion von Pfingsten? Hast du „mehr“ erlebt? Vielleicht doch Feuer auf dem Kopf und Sturm im Haus? Kann man heute gar nicht mehr „das Ganze“ erleben, wie es damals war? Man muss sich doch wundern…

Wenn Gottes Geist Menschen erfüllt entsteht Gemeinde.

Dabei lassen wir uns einfach zu viel vom „Offensichtlichen“ ablenken. Das große Wunder von Pfingsten ist viel größer und eindrücklicher. Es steht gar nicht am Anfang der Geschichte, wo wir es suchen. Es ist gar nicht der Auslöser des ganzen Trubels. Es ist vielmehr das Ergebnis des Geistes, der Menschen erfüllt. Und deshalb steht es ganz am Ende des Textes: „Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.“ Und ein paar Verse vorher lesen wir von diesem Pfingsttag, dass Gott an diesem Tag „dreitausend Menschen hinzufügte.“ Dreitausend Menschen! Man muss sich schon wieder wundern—aber nicht über die Zahlen. Die lenken nur wieder ab: Menschen werden „hinzugefügt“ – da beginnt das Wunder. Aber wozu hinzugefügt? Man darf sich wundern…

„Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.“ Das fällt uns fast zweitausend Jahre später gar nicht mehr auf. Wir reden ja ständig über die „Gemeinde“. Aber hier taucht sie zum ersten Mal auf. Der Tag beginnt mit einem zaghaften Haufen von Jesusnachfolgern, die sich zum Teil kurze Zeit vorher noch aus Todesangst versteckt und eingeschlossen hatten. Als „Jünger“ werden sie immer wieder bezeichnet. „Jünger“ sind „Schüler“ eines „Rabbi“, eines religiösen Lehrers, von denen es viele gab zur damaligen Zeit. Jesus reiste durch das Land und erzählte jedem, der es hören wollte, seine „frohe Botschaft“ (nichts anderes heißt ja „Evangelium“): „Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“ (Markus 1,15). Und nach und nach sammelte er Menschen um sich. Manche rief er selbst, andere folgten ihm aus freien Stücken. Männer und Frauen – ein Haufen Verrückter, die bereit waren, wegen der Reden eines Frommen aus dem unbedeutenden Dörfchen Nazareth alles zu verlassen. „Jünger“ waren Sie. Schüler, Nachfolger. Von Gemeinde keine Spur.

Und dann kommt Gottes Geist an Pfingsten. Aus dem kleinen privaten Gebetstreffen vom Vormittag wird bis zum Abend eine „Megachurch“. Bereits jetzt ist die Menge unüberschaubar. Dreitausend neue „Jünger“, die sich plötzlich zu diesem Grüppchen dazugesellen. Die Gott hinzutut. Das ist das Wunder! Wo Gottes Geist Menschen erfüllt, da entsteht Gemeinde. Grund, sich zu wundern!

Da sehen Menschen Gott am Werk. Da ist dieser Geist Gottes viel mehr als ein Souffleur für neue Sprachen, eine Wunderkur für alle möglichen „Wehwechen“, ein Orakel für Fromme oder ein Wärmepflaster für geistliche Gefühle. Dieser Geist Gottes tut zu allererst das, was Jesus wenige Wochen zuvor seinen Jüngern erklärt hatte, dass er tun würde:

Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden. Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht; über die Sünde: dass sie nicht an mich glauben;  über die Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht seht; über das Gericht: dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist. (Johannes 16,7b-11)

Da kommen Menschen in Kontakt mit Gott. Da werden Leben verändert. Da überführt Gottes Geist von Sünde und bietet dann die Rettung an in Jesus Christus. Da kommen Menschen zu Gott. Da kommen Menschen hinzu zur Gemeinschaft derer, die mit diesem Jesus unterwegs sind. Von Gott geliebt. Von Jesus ergriffen. Von seinem Geist erfüllt. Eine einmalige Gemeinschaft, die man sich nicht selbst aussuchen kann. Die kann man nicht machen. Die kann nur Gott machen. Er fügt Menschen hinzu. Er baut Gemeinde. Das fängt an Pfingsten an: Wo Gottes Geist Menschen erfüllt, da entsteht Gemeinde. Grund, sich wundern!

Und das ist erst der Anfang: Wer die neue „Gemeinde“ an diesem ersten Tag anschaut – dieses ganz Neue, nie da Gewesene, den „Prototyp“ sozusagen – wer diese Gemeinde anschaut, der kommt aus dem Staunen gar nicht heraus. Da sind ja nicht mehr nur die paar Leute, die schon am Morgen an diesen Jesus geglaubt hatten. Zu ihnen stoßen jetzt – nein, werden gestoßen, werden „hinzugefügt“ dreitausend weitere Menschen. Aber wer sind die denn? Lukas liefert uns eine ausführliche Beschreibung, die wir nur deswegen übersehen, weil wir sie wie alles andere immer nur auf das Reden in neuen Sprachen bezogen haben: „Parther und Meder und Elamiter und die da wohnen in Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, Pontus und der Provinz Asia, Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Römer, die bei uns wohnen, Juden und Proselyten, Kreter und Araber“. Die meisten von uns wissen auf Anhieb nicht einmal, wo sich diese Länder alle befinden (oder befanden). Wir werden auf die Sprachbarriere zwischen diesen unterschiedlichen Nationalitäten hingewiesen. Wir können nur erahnen, wie viele weitere kulturelle Unterschiede es zwischen diesen Menschen so unterschiedlicher Herkunft gegeben haben muss. (Wer’s nicht glaubt, muss ja nur mal nach Bayern reisen. Oder nach Norddeutschland. Die tun dort ja sogar Mayonnaise in den Kartoffelsalat. Man mag es sich gar nicht ausmalen!). Wer heute eine ähnlich internationale Gruppe zusammenbringt, der findet schnell heraus, wie wenig da eigentlich noch an Gemeinsamkeiten zu finden ist. Und doch haben wir am Ende des Tages eine Gemeinde! Eine Gemeinde. Nicht eine ägyptische Gemeinde hier, eine libysche Gemeinde zwei Straßen weiter und eine judäische Gemeinde natürlich im Vorhof des Tempels. Gott bringt diese völlig unterschiedlichen Menschen zusammen. Wie? Er schenkt seinen Geist. Da ist die Gemeinsamkeit. Da kommt Gemeinde her. Das ist keine menschliche Institution und keine menschliche Erfindung. Dazu gehört man nicht, weil man einen Mitgliedsantrag ausgefüllt hat. Gott fügt hinzu. Wo Gottes Geist Menschen erfüllt, da entsteht Gemeinde. Und Gemeinde ist selbst das Wunder!

Das geht bis heute weiter. Schau dich hier im Raum um! Warum sitzt du mit diesen Menschen am frühen Sonntagmorgen in einem Raum, wo du doch zu Hause gemütlich frühstücken könntest. Was verbindet dich mit diesen Menschen? Was haben wir denn eigentlich gemeinsam? Gottes Geist haben wir gemeinsam! Er macht uns zu einem Teil dieses Ganzen. Ohne ihn wären wir nicht hier. Ohne ihn würden die meisten von uns vermutlich nie etwas miteinander zu tun haben. Aber Gott hat uns hinzugefügt. Wie er Menschen zusammenbringt, ist das größte Wunder! Wo Gottes Geist Menschen erfüllt, da entsteht Gemeinde. Man darf sich wundern!

Und das Wundern wird immer größer, je mehr man den Blick weitet. Die Wände dieses Raums hier sind ja nicht die Grenze. Wir sind verbunden mit Millionen von Menschen auf der ganzen Welt, die Gott zu seiner Gemeinde hinzugefügt hat. Heute Morgen sind überall auf dieser Welt Menschen versammelt, um diesem Gott die Ehre zu geben. Und die Art und Weise, wie sie das tun, ist so unterschiedlich, dass wir vieles nicht wiedererkennen würden. Wir fragen uns, was wir mit manchen überhaupt gemeinsam haben. Ich sage es euch: Gott hat uns seinen Geist geschenkt. Er hat uns zu seiner Gemeinde hinzugefügt. Und diese Gemeinde ist größer und bunter und schöner, als ich es mir in meinen kühnsten Träumen ausmalen könnte. Wo Gottes Geist Menschen erfüllt, da entsteht Gemeinde. Man darf sich wundern!

Ende April habe ich eine Woche in Bogotà (Kolumbien) verbracht. Ich war dort Teil des Global Christian Forum, eines Treffens von Christen, das in seiner Breite weltweit einmalig ist. Mehrere Tage lang haben wir vor allem Eines getan: Wir haben uns gegenseitig unsere persönlichen Geschichten mit Jesus erzählt. Zwischen katholischen Kurienbischöfen, orthodoxen Patriarchen, Pastoren aus afrikanischen Stammeskirchen, Pfingstlern aus Nigeria und Südostasien, Reformierten aus Frankreich und Lutheranern aus Schweden kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus: unvorstellbare Unterschiede und doch immer wieder das Wunder, das Gott im Leben eines jeden tut. Gott schenkt seinen Geist. Gott fügt uns hinzu. Wo Gottes Geist Menschen erfüllt, da entsteht Gemeinde. Man darf sich wundern!

Und wir armseligen Narren dachten immer, an Pfingsten geht es um das Reden in neuen Sprachen! Wie viel größer ist das Wunder hier! Fängst du an, dich zu wundern? Das ist gut, denn es geht noch weiter!

Wenn Gottes Geist Menschen erfüllt wirkt die Liebe Gottes in uns.

Nicht nur die Art, wie Gott Menschen zusammenbringt, ist ein Wunder. Pfingsten ist der „Geburtstag der Gemeinde“ und wir tun gut daran, uns zu wundern und das zu feiern. Letztes Jahr haben wir das in Freudenstadt im Gottesdienst mit einem 8 kg schweren Schokoladenkuchen und 100 Kerzen getan. Das war eine Party! Gottes Gemeinde ist ein Wunder an sich. Aber wer sich nur über die große, bunte, schöne, vielfältige, unglaubliche, wunderbare Gemeinde wundert, die an Pfingsten entsteht, der wundert sich immer noch zu wenig.

Die Erzählung von Pfingsten sagt ja noch mehr über diese Gemeinde:

Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen. Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. Es kam aber Furcht über alle, und es geschahen viele Wunder und Zeichen durch die Apostel. Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam. Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte. Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.

Man darf sich nicht nur über die bunte Vielfalt wundern. Ganz Jerusalem wundert sich über die Gemeinschaft, die hier entsteht. Menschen finden zueinander. Menschen teilen ihr Hab und Gut. Menschen sind füreinander da. Menschen sind für den anderen zum Verzicht bereit – in unserer heutigen Konsumgesellschaft ein nicht geringes Wunder! Menschen finden in einer innigen Gemeinschaft zueinander, die man nur mit einem Wort beschreiben kann: „Liebe“. Diese Gemeinschaft ist ein Wunder! Wenn Gottes Geist Menschen erfüllt wirkt die Liebe Gottes in uns. Man darf sich wundern…

Und doch sollte uns das eigentlich nicht wundern. Nicht nur hatte Jesus das Miteinander seiner Nachfolger genau so beschrieben: „Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“ Nein, wir sollten uns doch gerade an Pfingsten daran erinnern, dass die Menschen hier in Jerusalem ja nicht die ersten sind, die im Neuen Testament mit dem Geist Gottes erfüllt wurden. Folgende Erzählung sollte eigentlich bekannt sein (zumindest dem, der den ersten Teil von Lukas‘ Bericht gelesen hat):

Und es begab sich, als alles Volk sich taufen ließ und Jesus auch getauft worden war und betete, da tat sich der Himmel auf, und der Heilige Geist fuhr hernieder auf ihn in leiblicher Gestalt wie eine Taube, und eine Stimme kam aus dem Himmel: Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen. (Lukas 3,21-22)

Und nachdem hier kein geringerer als Jesus selbst Pfingsten quasi schon vorwegnahm und mit dem Heiligen Geist erfüllt wurde, da begibt er sich im Anschluss (mit einem kleinen Umweg durch die Wüste) zurück in seinen Heimatort Nazareth, nimmt dort am regulären Gottesdienst in der Synagoge teil, schnappt sich zur Schriftlesung die Rolle des Propheten Jesaja und bezieht den Text, den er dort liest auf sich selbst: „Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat …“ (Lukas 4,18) , liest er aus Jesaja und erklärt dann, „Heute ist dieses Wort der Schrift erfüllt vor euren Ohren.“ (Lukas 4,21).

Diese Geschichte kennst du sicher und ich weiß nicht, ob du sie jemals mit Pfingsten in Verbindung gebracht hast. Dabei passiert doch dort mit Jesus genau das, was später auch mit all den anderen in Jerusalem passiert. Also das, von dem wir sagen, das es heute noch hier bei uns erlebt werden kann. Das Wunder. Das, worüber man sich wundern darf. Und kann. Und soll. Und eigentlich muss. Und dieses Wunder erklärt Jesus mit dem Text, den er aus der Jesajarolle liest:

»Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat und gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und die Zerschlagenen zu entlassen in die Freiheit  und zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.« (Lukas 4,18-19)

Wenn es das ist, worum es geht, dann zeigt sich das Wunder diesen Heiligen Geistes in der Zuwendung zu anderen—zu den Armen, den Gefangenen, den Blinden, den Zerschlagenen. Also all denen, die es nötig haben. Denen, die Jesus an anderer Stelle unsere „Nächsten“ nennen würde. Man könnte das auch „Liebe“ nennen.

Das ist also auch Teil des Wunders von Pfingsten. Wenn Gottes Geist Menschen erfüllt wirkt die Liebe Gottes in uns. Das ist ein Wunder! Zumindest bei mir. Denn ohne diesen Geist Gottes bleibt Liebe oft nichts als ein frommer Traum. Aber wenn Gottes Geist Menschen erfüllt wirkt die Liebe Gottes in uns. Uns wird, mit Paulus gesprochen „die Liebe Gottes ausgegossen in unsere Herzen“ (Römer 5,5). Man darf sich wundern.

Das ist es also auch, was man heute noch erleben kann! Du willst ein „Pfingstler“ sein? Du willst die Fülle von Gottes Geist erleben? Du streckst dich aus nach „mehr“ von Gott? Das ist es, was du erwarten solltest! Damit musst du rechnen! Das ist das Wunder!

Das ist übrigens spannenderweise genau das, womit die ersten „Pfingstler“ rechneten. Die Geschichte der Pfingstbewegung geht zurück ins 19. Jahrhundert, als Menschen auf der ganzen Welt um eine Berührung von Gottes Geist beteten. Man glaubte, das Pfingsten nicht nur ein historisches Fest sei, sondern das Pfingstwunder heute noch erfahrbar sein müsste. Dafür betete man, danach streckte man sich aus. Wonach? Nicht in erster Linie nach dem Reden in neuen Sprachen. Nein, die Erwartung war vor allem eines: eine übernatürliche Erfüllung mit der Liebe Gottes. Ich zitiere einen der frühen Pfingstler, J. Roswell Flower:

Die Taufe im Heiligen Geist besteht nicht einfach aus dem Reden in neuen Sprachen. Nein, es hat eine viel größere und tiefere Bedeutung als das: Es füllt unsere Seelen mit der Liebe Gottes für die verlorene Menschheit. Wenn der Heilige Geist in unsere Herzen kommt, dann kommt eine missionarische Gesinnung mit. Beide sind untrennbar.

„Er erfüllte mich mit seiner Liebe“ bezeugen die ersten Pfingstler ihr Erlebnis des Pfingstwunders. Wenn Gottes Geist Menschen erfüllt wirkt die Liebe Gottes in uns. Man darf sich wundern!

Vielleicht bist du jetzt enttäuscht. „Nur“ Liebe? Geht es nicht vielmehr um „Kraft“? „Wenn Gottes Geist Menschen erfüllt, wirkt die Kraft Gottes in uns“ wäre doch auch eine passende Art, die Lücke auf dem Begleitzettel zur Predigt auszufüllen. Wir hätten gerne etwas „Kraftvolles“, „Power“, neue Sprachen, unglaubliche Heilungen, beeindruckende prophetische Worte, gewaltige Gefühle, mächtiges Wirken… Und jetzt – „nur“ Liebe? Wir lassen uns schon wieder ablenken von dem, was so offensichtlich scheint und vergessen dabei, dass die mächtigste Kraft, die es gibt, tatsächlich diese Liebe ist. „Liebe ist stark wie der Tod und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich“ (Hoheslied 8,6) lesen wir im „Hohen Lied“ und Martin Luther King erinnert uns:

Wir müssen die Kraft der Liebe entdecken, die erlösende Kraft der Liebe. Und wenn wir das tun, werden wir aus dieser Welt eine neue Welt machen. Aber Liebe, Liebe ist der einzige Weg.

Beides sind übrigens Texte, die an diesem Wochenende bei irgendeiner Hochzeit in England zitiert wurden. Liebe ist eine Kraft, die die Welt verändert. Wenn Gottes Geist Menschen erfüllt wirkt die Liebe Gottes in uns. Das sollten wir erwarten. Das sollten wir suchen. Danach sollten wir uns ausstrecken. Dann werden wir uns wundern!

 

 

 

Wenn Gottes Geist Menschen erfüllt, werden Menschen frei.

Ich möchte diesen Aspekt abschließend gerne in einem dritten Punkt vertiefen. Die liebevolle Zuwendung zu anderen Menschen, von der Jesus redet und die die geisterfüllte Gemeinde in Jerusalem lebt, zeigt sich konkret in einem Schlüsselwort. Es beschreibt, was den Menschen widerfährt, denen sich andere, erfüllt mit Gottes Geist, zuwenden. Jesus liest aus Jesaja:

»Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat und gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und die Zerschlagenen zu entlassen in die Freiheit  und zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.« (Lukas 4,18-19)

Den Armen wird gute Nachricht verkündigt. Was das wohl sein könnte, wenn man arm ist? Die Gefangenen werden freigesprochen. Die Dunkelheit weicht von den Blinden. Die Zerschlagenen werden aus ihrer Not entlassen. Das alttestamentliche Bild vom Jubeljahr, dem 50. Jahr, in dem Schulden erlassen, Schuldknechtschaft beendet und die Chance zum Neuanfang für alle ermöglicht werden sollte, wird Teil dessen, was durch Gottes Geist geschieht. Wenn Gottes Geist Menschen erfüllt, werden Menschen frei. Gottes Liebe zu Menschen äußert sich in „Freiheit“. Und wer die Ausgangssituation der genannten Menschen anschaut, der sieht, welch ein Wunder hier geschieht. Man darf sich wundern…

Dabei ist es wichtig, das Geschehen genau zu beobachten. Es geht nicht in erster Linie darum, dass der vom Geist erfüllte selbst frei wird. Wir alle brauchen an irgendeinem Punkt Befreiung. Weil wir alle in einer Welt voll Sünder geboren sind und fern von Gott gelebt haben, weil wir heute noch Sünder sind und uns immer wieder ohne Gott durchwursteln wollen, deshalb finden wir an so vielen Stellen gefangen, gebunden, gezwungen. Und Gott macht uns frei! Das ist ein Wunder! Nur, wer sich an dieser Stelle nur darüber wundert, dass Gott ihn selbst befreit, der wundert sich immer noch zu wenig. Was Jesus hier für sich in Anspruch nimmt, was auf Pfingsten folgt, was heute noch geschehen kann, wo Gottes Geist Menschen erfüllt, ist so viel mehr. Wenn Gottes Geist Menschen erfüllt, werden andere Menschen frei. Durch dich und durch mich kann die befreiende Liebe Gottes in das Leben anderer Menschen hineinwirken! Das ist ein Wunder. Man darf sich wundern…

Man muss sich wundern, an dieser Stelle, über das, was leider oft geschieht. Christen sind oft ganz gut darin, Menschen gerade erst in alle möglichen Zwänge hineinzubringen. Viel zu oft sieht das, was andere hier erfahren, gar nicht nach Freiheit aus. Man muss sich wundern! Und man soll sich wundern, über das Wunder, das Gott tun will. Wenn Gottes Geist Menschen erfüllt, werden andere Menschen frei. Das sollten wir erwarten. Das ist Teil des Pfingstwunders, das man noch heute erleben kann. Und weil es Teil dessen ist, wird es auch zum Maßstab, an dem man das Wunderbare messen kann. Wo Gottes Geist wirkt, werden Menschen frei. Werden Menschen frei? Ist es das, was geschieht? Oder wundern wir uns nicht genug, haben das eigentliche Wunder für Oberflächlichkeiten aufgegeben? Wir können noch so lang in neuen Sprachen reden, noch so viele Heilungen bezeugen, noch so viele prophetische Eindrücke weitergeben und noch so eindrücklich die Gegenwart Gottes erspüren – wenn Menschen nicht die Freiheit erleben, die Gott schenkt, dann geht das eigentliche Wunder an uns vorüber. „Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit“, sagt Paulus (2. Korinther 3,17). Da geschieht das Wunder! Da darf man sich wundern…

Schluss

Man muss sich wundern, wie wenig wir uns oft noch wundern. Man muss sich wundern, wie klein die Wunder sind, mit denen wir uns zufriedengeben. Man muss sich wundern, wie wir die großen Wunder manchmal völlig übersehen.

Dabei gibt es so viel zu staunen, so viel Grund sich zu wundern:

Wenn Gottes Geist Menschen erfüllt, entsteht Gemeinde. Ein Wunder an sich, über das man ein ganzes Leben lang nicht fertig mit Staunen werden kann. Wenn Gottes Geist Menschen erfüllt, wirkt die Liebe Gottes in uns. Und da ist Freiheit. Ein Wunder. Das Wunder.

Ja, Pfingsten ist mehr als nur Geschichte. Es ist mehr als der Startschuss zur Gemeinde. Es ist ein Wunder, das heute noch erlebt werden kann. Das wünsche ich dir und mir, gerade heute wieder neu. Gott öffne unsere Augen, dass wir uns wundern können und bereit sind, die wahren, großen Wunder zu entdecken. Voller Erwartung wollen wir uns ausstrecken nach seinem Geist und sehen, was geschieht, wo er uns erfüllt. In diesem Sinne wünsche ich dir ein wunderbares Pfingstfest. Du wirst dich wundern…

Predigttext

Apostelgeschichte 2,1-47

In Kürze

Pfingsten -- Gott sendet seinen Geist. Außergewöhnliche Dinge passieren. Was geschieht heute, wo Gottes Geist Menschen erfüllt? Womit rechnest du? Was erlebst du? Was könnte noch passieren? Man darf sich wundern -- und noch mehr.

Hauptpunkte der Predigt

Wenn Gottes Geist Menschen erfüllt ...:
  1. ... entsteht Gemeinde.
  2. ... wirkt die Liebe Gottes in uns.
  3. ... werden Menschen frei.

Fragen zur Vertiefung

Zu dieser Predigt hat Christoph eine Reihe von Fragen hinterlegt, die in der Kleingruppe zur Vertiefung weiter besprochen werden können:

  1. Gemeinde, ein Wunder -- stimmt das? Wie erlebst du das? Kannst du dich da noch wundern?
  2. Was hast du Außeargewöhnliches mit Gottes Geist erlebt?
  3. Wo könnte Gottes Geist dir helfen, in ganz "gewöhnlichen" Begegnungen Gottes Liebe weiterzugeben?

Über Christoph

Christoph Fischer (* 1978) ist Pfarrer der Evangelischen Landeskirche in Württemberg auf der Pfarrstelle „Erlöserkirche“ in Albstadt-Tailfingen.

Christoph ist verheiratet mit Rebecca. Gemeinsam haben sie drei Töchter.