Bild: pixabay / PatricioHurtado, Lizenz: CC0
Aufnahme der Predigt (20:39)
Um die Datei zu speichern, klicke mit der rechten Maustaste auf den Link und wähle "Ziel speichern ..."
Begleitzettel zur Predigt
Um die Datei zu speichern, klicke mit der rechten Maustaste auf den Link und wähle "Ziel speichern ..."
Begleitzettel zur Predigt (leer)
Um die Datei zu speichern, klicke mit der rechten Maustaste auf den Link und wähle "Ziel speichern ..."
Predigt als E-Book
Du kannst den Text dieser Predigt auch als E-Book im EPub-Format lesen. Um die Datei zu speichern, klicke mit der rechten Maustaste auf den Link und wähle "Ziel speichern ..."
Die Predigt "Wüstenblüte" von Christoph Fischer und alle dazu gehörigen Ressourcen (Predigtzettel, Aufnahme) sind lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz. Verwendete Bilder stehen eventuell unter eigenen Lizenzbedingungen. Ausdrücklich von der Creative Commons-Lizenz ausgenommen sind die Logos und Namen der Gemeinde, in der die Predigt gehalten wurde und ihrer Arbeitsbereiche.

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater und von Jesus Christus, unserem Herrn!

Liebe Schwester, lieber Bruder in Christus,

Es ist eine spannende Zeit, dieser Advent. Während es draußen lange dunkel bleibt, zünden wir die Kerzen an, freuen uns an ihrem warmen Schein und reden von der Hoffnung. Von Gott, dem die Menschen nicht egal sind. Von Jesus Christus, in dem uns Gott ganz nahe kommt. Von Hoffnung, Licht, Liebe, Friede und Freude, die von Gott her kommen und das Dunkel der Welt durchbrechen. Und wir bekennen gemeinsam: Das sind nicht nur warme Worte. Das sind nicht nur fromme Wünsche, mit wir uns eine kalte, gefühllose, unbarmherzige Welt irgendwie schönzureden versuchen. Das ist kein Übermalen von hoffnungsloser Hässlichkeit mit Weihnachtsglanz und Weihnachtsglitzer -- vielleicht, um wenigstens ein paar Tage lang nicht hinsehen zu müssen, wie es wirklich um die Welt steht. Wir sind ja nicht dumm. Wir wollen uns ja nicht selbst belügen. Wir wissen um die hässlichen, dunklen Seiten der Welt, auch, wenn in unseren Kirchen und Häusern alles weihnachtlich leuchtet. Nein, im Gegenteil: Gerade weil wir Realisten sind, feiern wir Advent. Denn wir wissen, dass Gottes Kommen, seine Hoffnung, seine Liebe, seine Zuwendung zu den Menschen, der Friede, von dem die Engel reden und die Freude, die sie verkünden, genauso Teil der Realität dieser Welt sind--mindestens seit dieser denkwürdigen Nacht in Bethlehem.

Dreimal Advent -- und immer Hoffnung

Und so feiern wir Advent. Wir werden still. Wir erinnern uns. Wir erleben die Spannung der Menschen mit, die vor uns gelebt haben--vor Bethlehem--und verstehen, dass Hoffnung, Friede und Freude nicht plötzlich einfach da sind. Wir reden vom Warten (auch wenn keiner von uns gerne wartet) und durchleben mit den Erinnerungen noch einmal dieses lange Warten, dieses bange Hoffen, diese Sehnsucht nach dem, was da kommen soll. Und da wird es Advent bei uns und mit jedem Tag, an dem wir singen und uns besinnen und warten und hoffen, steigt die Spannung bis es dann Weihnachten wird. Und dann bricht Gott die Spannung und wir stimmen in den Lobpreis der Engel mit ein und singen mit Maria vom Gott, der "Großes getan hat" und mit Zacharias, dem Vater des Täufers Johannes, "Gelobt sei der Herr, der Gott Israels, denn er hat besucht und erlöst sein Volk." Ein Höhepunkt, der uns Staunen lässt. Eines unserer größten Feste. Aber soweit sind wir noch nicht. Erst ist Advent. Erst... warten. Und da sind wir dann doch froh, dass das alles nur Erinnerung ist, ein Miterleben aus zweiter Hand sozusagen, und dass wir heute wissen, was damals nur ein Glauben und Hoffen war: Gott kommt zu uns Menschen.

Dann merken wir plötzlich, dass wir ja auch noch am Warten sind. Denn an Weihnachten, mit dem Gesang der himmlischen Heerscharen vom "Frieden auf Erden" und der übergroßen Freude, da endet die Geschichte ja nicht auf einen Schlag. Wir wissen, wie es weiter geht: wissen, dass das Kind aus der Krippe groß wird und vom Reich Gottes redet, dass ganz nahe gekommen ist, aber doch noch nicht in seiner ganzen Fülle und Herrlichkeit da. Wir wissen, dass dieses Kind aus der Krippe als erwachsener Mann am Kreuz stirbt, weil sich Gott bis in den Tod hinein mit uns Menschen identifiziert. Wir wissen um den Triumph des auferstandenen Christus, den Gott vom Tod erweckt und damit der größten Dunkelheit dieser Welt, dieser unabwendbaren Bedrohung des Todes, ein für alle Mal die Macht nimmt. Und wir wissen um die Himmelfahrt dieses Auferstandenen, der nun zur Rechten Gottes sitzt. "Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten", bekennen wir gemeinsam. Aber das steht noch aus. Es ist noch nicht alles geschehen. Und egal wie viele Lichterketten wir zu Weihnachten aufhängen, es ist noch nicht alles Dunkle vergangen. Es ist Advent. Ein zweites Mal. Auch wir sind Wartende.

Plötzlich sind uns die Menschen der vorweihnachtlichen Erzählungen wieder ganz nahe. Wir haben ihnen gar nicht so viel voraus, wie wir vielleicht zuerst dachten. In vielem ist ihr Warten nun unser Warten geworden. Und deshalb heißt Advent auch, von ihnen zu lernen. Sie zu beobachten und ihre Spannung als die meine wahrzunehmen. Zu fragen und zu schauen, was ihnen damals geholfen hat bei diesem langen Warten. Wie haben sie es geschafft, nicht irgendwann zu resignieren, aufzugeben, alles hinzuwerfen. Sicher war die Versuchung manchmal groß genug: "Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht", sagt der Prophet Jesaja im 7. Jahrhundert vor Christus. Und dann? Dann bleibt es erstmal noch lange dunkel. Sehr lange. Sehr dunkel. Wie kann man da noch hoffen? Die Adventsgeschichten zeigen mir: Man kann! Und das will ich lernen, weil ich ja selbst ein Wartender bin und es rund um mich immernoch oft ganz schön duster aussieht. Wenn nun hier in diesen Tagen, wenn wir die Kerzen anzünden und die Lieder singen, der Funke der Hoffnung von den alten Geschichten auf mich hier und heute überspringt, dann ist noch einmal Advent geworden. Ein drittes Mal. Dreimal Advent und immer Hoffnung: Gott kam, Gott kommt und Gott wird kommen. Spannend, dieser Advent.

Gott kommt zu Menschen in Wüstenzeiten

Die Texte, die wir im Advent miteinander lesen, sind für Menschen in vergleichbaren Situationen geschrieben. Für Wartende. Für Hoffende. Für Menschen, die in einer unvollkommenen Welt mit all ihren Herausforderungen die Hoffnung nicht verlieren wollen. Heute lesen wir aus dem 35. Kapitel des Jesajabuchs:

Stärkt die müden Hände und macht fest die wankenden Knie! Sagt den verzagten Herzen: "Seid getrost, fürchtet euch nicht! Seht, da ist euer Gott! Er kommt zur Rache; Gott, der da vergilt, kommt und wird euch helfen." Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet werden. Dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch, und die Zunge des Stummen wird frohlocken. Denn es werden Wasser in der Wüste hervorbrechen und Ströme im dürren Lande. Und wo es zuvor trocken gewesen ist, sollen Teiche stehen, und wo es dürre gewesen ist, sollen Brunnquellen sein. Wo zuvor die Schakale gelegen haben, soll Gras und Rohr und Schilf stehen.
Und es wird dort eine Bahn sein und ein Weg, der der heilige Weg heißen wird. Kein Unreiner darf ihn betreten; nur sie werden auf ihm gehen; auch die Toren dürfen nicht darauf umherirren. Es wird da kein Löwe sein und kein reißendes Tier darauf gehen; sie sind dort nicht zu finden, sondern die Erlösten werden dort gehen.
Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35, 3-10)

Schon die ersten Worte machen klar, an wen sich der Prophet hier wendet: Es geht um müde Menschen. Um Menschen, die ins Wanken kommen, weil sie kraftlos sind. Es geht um verzagte Herzen, Menschen, die den Mut verloren haben. Es geht um Menschen, denen die Herausforderungen des Lebens Angst machen. Es geht um blinde Menschen, denen der Durchblick fehlt; um taube Menschen, zu denen selbst ermutigende Worte nicht mehr durchdringen; um lahme Menschen, die in ihrer Situation feststecken und nicht weiterkommen. In eindrücklichen Bildern beschreibt der Prophet die Lebenserfahrung dieser Menschen als Wüste und Steppe: karg, lebensfeindlich, einsam und leer. Schakale, Löwen und "reißende Tiere" lauern überall und lassen die bedrängten Menschen kaum zur Ruhe kommen. Schmerz und Seufzen kennzeichnen ihren Alltag.

Der Prophet spricht Menschen seines Umfelds an, in deren Land Unterdrückung und Gottlosigkeit regieren. Er redet zu Menschen, denen Gefangenschaft und Exil blüht. Er spricht die an, die ihre Heimat verloren haben. Neben den vielen Gerichtsbotschaften, die das Jesajabuch bis hierhin prägen, gibt es eben auch Texte wie diesen: Gott wendet sich direkt an die Leidenden, an die, die viel verloren haben, an die, die kurz vor dem Verzweifeln sind.

Auch über das direkte Umfeld des Propheten hinaus haben diese Worte gewirkt. Die Wartenden des ersten Advents haben sich darin wiedererkannt. Im jahrhundertelangen Warten auf die von Gott verheißene Erlösung erschien ihnen mancher Tag, manche Situation wie so eine Wüstenzeit. Wie gut, dass sie eben in diesem Momenten hören durften, dass Gott sie nicht vergessen hat. Auch in der Wüste redet er. Das tut gut.

Auch in meinem Advent heute berühren mich diese Worte. Auch in der heutigen Welt, ja, in meinem eigenen Leben gibt es Momente, in denen ich die Wüstenbilder des Propheten Jesaja durchaus wiedererkenne. Situationen, die zäh und scheinbar auswegslos, bedrückend und ermüdend, schmerzhaft oder bedrohlich sind, kenne ich auch. Da tut es auch mir gut, zu hören, dass Gott nicht nur etwas für geistliche Superhelden übrig hat--solche, die, so scheint es mir, von Oase zu Oase heilen und denen so eine Wüste gar nichts anhaben kann. Ich kenne die Wüste. Ich bin immer wieder dort unterwegs. Wie gut, dass Gott auch dort zu finden ist. Wie gut, dass er mich gerade in Wüstenzeiten anspricht. Er hat mich, hat uns nicht vergessen. Ich merke mir: Gott kommt zu den Menschen in Wüstenzeiten. Das tut gut!

Gott verwandelt alles

So sitzen wir in so manchem trostlosen Wüstenmomenten, vielleicht auch gerade jetzt im Advent und wir hören staunend, was Gott durch den Propheten Jesaja in die Wüste hineinruft:

Die Wüste und Einöde wird frohlocken und die Steppe wird jubeln und wird blühen wie die Lilien. Sie wird blühen und jubeln in aller Lust und Freude. Die Herrlichkeit des Libanon ist ihr gegeben, die Pracht von Karmel und Scharon. Sie sehen die Herrlichkeit des Herrn, die Pracht unseres Gottes. (Jesaja 35,1-2).

In der dürren, grauen, trostlosen Wüste geschieht plötzlich etwas. Die Wüste lebt. Blumen sprießen, Pflanzen wachsen. Der Himmel wird blau, der Boden grün, das Land sonnig und weit. Teiche und Brunnen quellen. Gras und Schilfrohr wächst an den Ufern. Der Jubel der Erlösten ist über der Weite zu hören. Alles wird gut! Müde Menschen werden munter. Schwache Menschen werden stark. Die Furcht der Ängstlichen verfliegt. Den Menschen, denen der Durchblick fehlte, fällt es wie Schuppen von den Augen. Menschen, für die bisher alles hohl und leer klang, hören den Trost, den Gott ihnen zuspricht. Menschen, die im Schlamassel feststeckten, kommen plötzlich frei. Die dunklen Schatten der Angst, die bedrohlich überal zu lauern schienen, weichen der hellen Sonne und der Freiheit. Und überall ist Leben! Überfließendes Leben!

Schönere Bilder für Gottes Erlösung, für sein Heil, das zu den Menschen kommt, kann man kaum finden. Man atmet förmlich auf, wenn man von dieser Verwandlung liest. Gott verwandelt alles! Gott macht alles neu!

Diese Worte müssen den Menschen zur Zeit des Propheten Jesaja neue Hoffnung gegeben haben. Sie trugen durch Unterdrückung und Krieg und Trauer und Trümmer und Verwüstung. Diese Worte klangen durch die Städte und Dörfer um Babylon und drangen in die Herzen der Verbannten "by the rivers of Babylon" und gaben Hoffnung, dass hier nicht alles zu Ende sei. Gott verwandelt alles. Man sah sich im Geiste schon im Zug der Erlösten auf der Straße durch die Wüste auf dem Rückweg zum Berg Zion, nach Jerusalem, nach Israel, nach Hause! Gott verwandelt alles.

Diese Worte müssen den Menschen des ersten Advents Hoffnung gegeben haben. Sie beschreiben in lebhaften Bildern das, was in den Herzen derer damals passiert, die die Engel auf dem Feld in Bethlehem jubilieren hören. Die Nacht wird zum Tag, die Trostlosigkeit zur Herrlichkeit, die Wüste zum Paradies und Gottes Versprechen wird in dem Kind in der Krippe war: Er kommt und verwandelt alles!

Diese Worte bringen die Tiefen meines müden Herzens zum Klingen, wenn ich heute, in meinem Advent in der Wüste sitze und trostlos bin: Gott verwandelt alles. Er kam um die Welt zu erlösen. Er kommt um die Welt zu erlösen. Er macht alles neu. Und meine Wüste wird nicht wüst bleiben, wenn er kommt.

Sicher, er lässt noch auf sich warten. Das hat er damals getan, in Israel, in Babylon, im ersten Advent. Das tut er heute, in meinem Advent, immer noch. Aber ich weiß jetzt wieder, worauf wir warten. Ich merke mir: Gott verwandelt alles! Und ich weiß wieder, dass sich das Warten lohnt. Das verwandelt mich.

Gott gibt Hoffnung in Wüstenzeiten

Natürlich würde ich mir wünschen, ich könnte die Wartezeit einfach überspringen. Gott könnte doch genau jetzt kommen und meine Wüste und deine Wüste und alle Wüsten dieser Welt zum Blühen bringen. Dieser Wunsch ist normal, menschlich und völlig nachvollziehbar. Das hätten sich Jesaja und seine Zeitgenossen auch gewünscht. Das hätten sich die Menschen im babylonischen Exil gewünscht. Das wünschten sich die Menschen des ersten Advent. Maria und Josef, Zacharias und Elisabeth, die Hirten, die Sterndeuter, ... alle leben sie mit dieser Sehnsucht, dass das Warten ein Ende haben möge und die Erlösung endlich kommen möge. Am besten gleich. Am besten jetzt.

Aber sie haben gewartet, lange gewartet und ihr Warten wurde nicht enttäuscht. Bei mir kann es heute wieder neu Advent werden, wenn ich von diesen Menschen lerne. Warten lerne. Und hoffen. Denn Gott kommt, ganz sicher. Und er verwandelt alles.

Also zurück zu Jesaja und zu dem, was er zu sagen hat, damals, als die blühende Wüste auch für seine Zeitgenossen noch Zukunft war und die Wirklichkeit nur wüst und grausam. Was spricht denn Gott da durch ihn? Was hilft diesen Menschen in der Wüste der Welt? Was kann ich lernen, das mir heute bei meinem Warten hilft?

"Stärkt die müden Hände!", sagt Jesaja. Er sagt nicht, "Nicht müde werden." Er weiß, dass müde werden normal ist in der Wüste. Deshalb zeigt er mir neu die Kraftquelle, die es auch in der unwirtlichsten Wüste der Welt und des Lebens gibt: Es gibt Hoffnung. Gott kommt. Und er verwandelt alles. Das tut gut. Das gibt Kraft.

"Macht fest die wankenden Knie", sagt Jesaja, der auch weiß, dass es Situationen gibt, in denen scheinbar alles ins Wanken gerät. In denen ich völlig haltlos bin. Ausgeliefert. Im tiefsten Grund erschüttert. Hilflos. Deshalb zeigt er mir, dass es auch in der tiefsten Wüstenkrise etwas gibt, das nie ins Wanken gerät: Die Gewissheit, dass Gott kommt. Und alles verwandelt. Das tut gut. Das gibt mir Halt.

"Sagt zu den verzagten Herzen...", sagt Jesaja, der weiß, dass es Momente gibt, in denen mir niemand mehr etwas Hilfreiches sagen kann. Ich selbst schon gar nicht. Das habe ich schon lange aufgegeben. Deshalb zeigt er mir, dass es auch in der einsamsten Wüste Zuspruch gibt, der mein Herz erreicht: Gott kommt. Er verwandelt alles. Das tut gut. Das ist es, was mein Herz hören muss.

"Seid getrost, fürchtet euch nicht", sagt Jesaja, der weiß, wie beängstigend diese Welt sein kann. Deshalb spricht er mir Mut zu und Zuversicht. Nicht nur er. Die Engel auch. Die sagen das immer wieder: "Fürchtet euch nicht!" Und dann kommt Jesus und wird Mensch und sagt, "In der Welt da habt ihr Angst." Ja, Jesus, das stimmt. Das haben wir. "Aber seid getrost", sagt er auch. "Ich habe die Welt überwunden." Sagt's und stirbt am Kreuz für mich und besiegt den Tod und fährt auf zum Himmel und sitzt auf dem Thron. Und er kommt. Er wird alles verwandeln. Das tut gut. Das gibt mir Mut.

"Seht, da ist euer Gott.", sagt Jesaja, der weiß, dass es Orte in der Wüste gibt, wo alles, was man sieht Wüste ist. Und Wüste und Wüste und nocmal Wüste. Ziemlich wüst, eben. Deshalb zeigt er mir, dass es auch dort noch etwas anderes zu sehen gibt. Zumindest, wenn man mit den Augen der Hoffnung sieht. Gott kommt. Und er verwandelt alles. Das tut gut. Das lässt hoffen.

Advent. Ich merke mir: Gott gibt Hoffnung in Wüstenzeiten. Gott kam. Gott wird kommen. Und er kommt. Zu mir. Zu dir. Zu dieser Welt. Es gibt Hoffnung!

Amen.

Predigttext

Jesaja 35,3-10

In Kürze

Zwischen der adventlichen Erinnerung, dass Gott in Jesus zu uns Menschen kam und der adventlichen Hoffnung, dass Jesus wieder kommen wird, spricht Gott mir heute Hoffnung zu: Auch wenn es in meinem Leben manche "Wüstenzeit" geben muss, weiß ich, dass Gott das alles verwandeln kann und wird. Und das gibt mir Kraft.

Hauptpunkte der Predigt

  1. Dreimal Advent: Gott kam, Gott kommt und Gott wird kommen.
  2. Gott kommt zu Menschen in Wüstenzeiten.
  3. Gott verwandelt alles.
  4. Gott gibt Hoffnung in Wüstenzeiten.

Fragen zur Vertiefung

Zu dieser Predigt hat Christoph eine Reihe von Fragen hinterlegt, die in der Kleingruppe zur Vertiefung weiter besprochen werden können:

  1. Wo erlebst du selbst "Wüstenzeiten"?
  2. Was hat Gott dafür bereits getan, als Jesus damals auf die Erde kam?
  3. Was wird Gott dafür noch tun, wenn Jesus wieder kommt?
  4. Wie begegnet dir Gott jetzt, um dir Hoffnung in der Wüste zu geben?

Über Christoph

Christoph Fischer (* 1978) ist Pfarrer der Evangelischen Landeskirche in Württemberg auf der Pfarrstelle „Erlöserkirche“ in Albstadt-Tailfingen.

Christoph ist verheiratet mit Rebecca. Gemeinsam haben sie drei Töchter.