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Geschichtlichen Hintergrund erklären Vokabeln klären: Sünde -- ist das überhaupt noch ein Thema für uns? Papst/Fegefeuer/"Geld für Sünden" -- wo suchen wir Absolution? Evangelium -- wie finden wir einen gnädigen Gott? Th…

Gottesdienste und Anlässe

  • 30.10.2021 · 19:00 Uhr · Peterskirche
    Gottesdienst

Geschichtlichen Hintergrund erklären

Vokabeln klären:

  • Sünde -- ist das überhaupt noch ein Thema für uns?
  • Papst/Fegefeuer/"Geld für Sünden" -- wo suchen wir Absolution?
  • Evangelium -- wie finden wir einen gnädigen Gott?

Thesen für die Tür:

[1] Unser Chef und Gott Jesus Christus hat original gesagt: „Schlagt eine ganz neue Richtung für euer Leben ein! Dreht euch zu Gott um!“ (Matthäus 4,17). Er wollte also, dass ein Christ ein Leben lang mit dieser Einstellung leben sollte.

[2] Dieser Bibelvers kann die sogenannte „Bekenn- und Buß-Praxis“, wie wir sie aus der Kirche kennen, nicht meinen. Man kann seinem Leben eben keine neue Richtung geben, wenn man nur gelegentlich zum Priester geht, um vor ihm zu bekennen, wo man letztens wieder Mist gebaut hat.

[3] Aber es kann auch nicht nur um eine neue Ausrichtung gehen, die man sich selber vornimmt, heimlich, so ganz für sich alleine. So etwas ist nicht das Einschlagen einer neuen Richtung. Dabei müssen auch nach außen sichtbar die schlechten Gewohnheiten in einem abgetötet werden.

[5] Ein Papst kann den Leuten nur solche Strafen erlassen, die von ihm selbst kommen. Und er kann nur das Nichtbefolgen einer Regel bestrafen, wenn er oder die Kirche sich diese Regel selber ausgedacht hat.

[6] Der Papst kann den Mist, den man vor Gott gebaut hat, nur vergeben, indem er bestätigt, dass Gott, den Mist vergibt. Und wenn er im Namen Gottes Leute von ihrem Mist freispricht, sind sie frei. Wer das verachtet, verliert die Vergebung.

[21] Die Prediger, die behaupten, man kann sich von jedem Mist freikaufen, solange der Papst genug Kohle dafür überwiesen bekommt, sind Spinner.

[27] Wenn jemand diesen Spruch predigt: „Sobald die Kohle überwiesen, der Tote wird gen Himmel fliegen“, hat er keine Ahnung von Gott. Die Idee hinter diesem Spruch haben sich nur Menschen ausgedacht.

[28] Eines ist sehr sicher: Umso mehr Einnahmen die Kirche mit dieser „Mit Geld von Sünden freikaufen“-Praxis hat, desto gieriger wird sie. Aber ob die Gebete der Kirche für die Leute im Fegefeuer, für die bezahlt wurde, erhört werden, liegt alleine bei Gott.

[32] Wer glaubt, sich durch den Wisch, den man bei diesem „Geld für Sünden“-Deal von der Kirche bekommt, einen sicheren Platz im Himmel reserviert zu haben, hat sich gewaltig getäuscht. Er wird nach dem Tod an demselben Ort landen, wo die Typen hinkommen, die sich genau diese Praxis ausgedacht und sie verbreitet haben.

[45] Wenn man jemanden auf der Straße sieht, der arm ist und nichts zu beißen hat, und man gibt ihm nichts, wirft aber stattdessen sein Geld für so eine „Geld für Sünden“-Aktion raus, sollte man Folgendes wissen: Du bist deine Sünden nicht los, stattdessen hat du aber Gott volles Rohr gegen dich gebracht.

[50] Alle Christen sollten Folgendes wissen: Wenn der Papst wüsste, wie hart diese Prediger das Geld von den Gläubigen abzocken, dann würde er das Bauprojekt Peterskirche sofort stoppen. Anstatt diese Kirche mit den Knochen, dem Fleisch und der Haut seiner Leute zu bauen, würde er sie lieber in die Luft sprengen.

[51] Man sollte allen Christen sagen, dass der Papst sogar die Peterskirche verkaufen würde, um allen Leuten das Geld zuückzugeben, das ihnen durch die „Geld für Sünden“-Aktion abgezockt worden ist.

[62] Das mit Abstand Wertvollste, was die Kirche überhaupt besitzt, ist diese eine besonders göttliche Nachricht, die in der Bibel steht: Gott liebt die Menschen und nimmt jeden so an, wie er ist.

[63] Dieses Wertvollste, was die Kirche besitzt, ist aber logischerweise bei allen total unten durch. Denn es gibt die Macht an die Kleinsten in der Gesellschaft ab. Und die Mächtigen müssen plötzlich ganz hinten anstehen.

[64] Im Gegensatz dazu lieben die Mächtigen in der Kirche dieses „Geld-für-Sünden“-Ding total. Denn dadurch werden die für Gott Allerletzten plötzlich in die erste Reihe katapultiert.

[77] Es gibt Leute, die behaupten, wenn Petrus heute noch leben würde, könnte er dir auch nicht mehr bieten, als dieses „Geld für Sünden“-Ding. Das ist eine absolut fiese Behauptung, die dem besonderen Petrus und letztlich auch dem Papst nicht gerecht wird.

[78] Ich behaupte, dass jeder Papst einen viel größeren Schatz auf Lager hat, den er den Menschen geben kann. Und das ist die richtig Gute Nachricht, das Evangelium, aber auch die Tatsache, dass die Kraft Gottes auch heute noch wirkt, dass er Menschen heilen kann, usw. Diese Dinge können wir alle in der Bibel nachlesen, im 1. Korintherbrief, Kapitel 12, Vers 28.

[94] Ich finde, dass man alle Christen motivieren soll, dass sie ihrem Chef Jesus Christus radikal und begeistert nachfolgen, egal, ob sie deswegen bestraft werden, üble Sachen durchmachen müssen oder sogar sterben.

[95] Jeder sollte deshalb eher darauf bauen, dass er als Christ viele Probleme bekommt, aber genau deswegen auch im Himmel landen wird. Ein lockeres, friedliches Leben kann den Weg in den Himmel nicht garantieren.

[nach: Martin Dreyer (2015). Martin reloaded. Luthers Schriften für Alle. Witten: Brockhaus. S.171ff.]

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